Sankt-Marien-Andreas-Kirche

Der Vorgängerbau, eine spätromanischen kreuzförmige Pfeilerbasilika, wurde aus einer kleinen Holzkirche mit etwa 100 Stehplätzen um 1220 umgebaut .

Später folgte im Jahr 1345 der Bau des Chorraumes, die nördlich gelegene Sankt-Marien-Kapelle und die südlich gelegene Sankt-Andreas-Kapelle.

1400
erhielt die Kirche die “Türkenglocke”.

16. Jahrhundert
Umbau zu einer dreischiffigen Hallenkirche im spätgotischen Stil. Die flache Decke wich einem Spitzbogengewölbe mit sternförmigen Rippenschmuck. Dieser Umbau dauerte fast 100 Jahre und war gegen 1598 als Werk Andreas Lindemanns im wesentlichen fertig gestellt.

1643
war die Kirche schon wieder baufällig, die Orgel wurde durch Regen “verdorben” und äußerte dies mit ihrem Klang.

1709
erfolgte eine erneute Renovierung. Die Turmspitze und der Dachstuhl wurden erneuert, der kleine Dachreiter entfernt.

1727
wurde der Turm niedergelegt und um vier Fuß auf 180 Fuß höher neu errichtet,

Am 28.7.1752
wurde dieser und die Orgel durch einen Blitzschlag stark beschädigt.

1776
wurde der Innenraum umgebaut, einige Fenster vergrößert und jeglicher katholischer Schmuck entfernt. Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen erfolgte im Jahr 1778.

Der neogotische Turm wurde am 3.10.1828 eingeweiht.

1945
Der Kirchturm wurde von Osten her mit Flak-Batterien beschossen, weil darauf Einheiten der Wehrmacht vermutet wurden. Am 28. April ging die Kirche schließlich in Flammen auf: “Der Turm brannte wie eine Fackel”, berichteten Augenzeugen, und stürzte in sich zusammen. Nach weiterem Beschuss brannte dann die gesamte Kirche fast vollständig aus.

Am 22.7.1945
stürzte dann bei einem Sturm auch noch der Giebel über Triumphbogen ein und zerstörte die Gewölbe des noch zum Teil erhaltenen Chorraumes.
Unmittelbar nach dem Krieg gab es bereits vollständige Wiederaufbaupläne. Sie wurden jedoch nicht verwirklicht, obwohl diese im sogenannten “Nuschke-Plan” verankert waren.

Am 29.6.1952
fand in der beräumten Ruine der erste Gottesdienst statt.

Am 09.08.1953
wurden die beiden neuen gusseisernen Nachkriegsglocken eingeweiht. Die kleinere der beiden steht heute vor dem nördlichen Kirchenschiff auf dem Rasen.

Am 6.9.1959
Wiedereinweihung des Langhauses.

1972
Abtragung des im 2. Weltkrieg stark beschädigten Kirchturmes bis auf die Höhe des Uhrengeschosses durch vier Schornsteinfegermeister. 530qm³ Schutt wurden durch die sowjetische Armee abtransportiert. Zu dem Zeitpunkt war der Tum nur noch 35 m hoch

1990-1993
Wiederaufbau des Kirchenchores.

1997-2001
Instandsetzung von sieben Chorfenstern.

1999-2001
Sanierung des Turmschaftes, am 27.09.1999 war der Baubeginn und am 28.05.2000 die Grundsteinlegung.

2001
wurde die Turmspitze in 3 Etappen mit einem Militärhelikopter aufgesetzt (28.08., 04.09. und 17.09.). Die Aussichtsplattform hat seitdem eine Höhe von 51 m, die gesamte Kirchturmspitze eine Höhe von 79,80 m.

28.9.2001
Guss der 940 kg schweren Bronze-Kirchenglocke in Sinn (Hessen), nachdem ein erster Versuch am 03.08.2001 in Lauchhammer gescheitert war.

30.04.2006
Einweihung der neuen elektronischen Orgel.

Im Mai 2009
begann die Sanierung des Daches und die Wiederherstellung des Kreuzgewölbes. Rund 1.100 Quadratmeter Dachfläche wurden mit etwa 50.000 Ziegeln eingedeckt. Erst wurden die Abschnitte des Daches Stück für Stück abgedeckt, die Dachkonstruktion ertüchtigt und dann die neuen schwereren Ziegel vom Typ Biberschwanz eingedeckt. Der Innenraum des Kirchenschiffes war derweil von Gerüstbauern eingerüstet, damit Zimmermänner mit Hilfe von Lehrgerüsten die Gewölberippen nachbilden konnten. Für diese Arbeiten waren 826.000 € veranschlagt, wovon 250.000 € gesammelte Spendengelder waren. 242.000 € der Spendengelder stammen aus dem Verkauf von Dachsteinen.
Eine weitere Planung des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist die Installation einer Schuke-Orgel. Für den Wiederaufbau und den Erhalt der Kirche sammelt der Förderkreis Spenden und sucht nach neuen Mitgliedern. Bisher hat sich der Aufwand wirklich gelohnt.