Das Kreishaus am Platz der Freiheit
Der Architekt des Kreishauses ist Franz von Schwechten, der auch die alte Berliner Gedächtniskirche entwarf.


Das Kreishaus steht am Platz der Freiheit (früher Kaiser-Wilhelm-Platz) und wurde von 1893 - 1895 im damaligen östlichen Stadterweiterungsgebiet im Neugotischen Stil aus Rathenower Ziegeln erbaut. Der Neubau war nötig, weil der Platz im alten Kreishaus (damalige Berliner Straße 8) für die Verwaltungsarbeiten nicht mehr ausreichend war. Die Fassade wurde teilweise mit mehrfarbigen Klinkern, mit Ziergiebeln und einem Prunkportal gestaltet.


1943 wurde das auf dem Platz der Freiheit befindliche Denkmal Wilhelms I. aus Rüstungszwecken eingeschmolzen.


Beim Luftangriff 1945 und bei den Verteidigungskämpfen der Wehrmachtverbände gegen die Rote Armee vom 25.04.- 06.05.1945 wurde es stark beschädigt, der vordere Giebel wurde komplett zerstört und der Dachstuhl brannte völlig aus.


Das Kreishaus wurde teilweise und der Ziergiebel der Südfassade nur vereinfacht wieder aufgebaut. In den 90er Jahren wurde schließlich der Ostgiebel saniert.
Am 16. März 1962 fiel der linke Dachstuhlteil erneut einem Brand zum Opfer.


Heute hat die Kreisverwaltung Havelland in diesem Gebäude ihren Verwaltungssitz.


Auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem damaligen Café Rheingold befand sich das Denkmal von Duncker. Es wird wegen seiner mehrfachen Standortwechsel "der Wanderer" genannt. "Der Wanderer" stand seit 1885 auf dem Kirchberg, bevor er vor dem Café Rheingold stand. Heute befindet sich das Denkmal am Hauptbahnhof.


An der Stelle vor dem Café stand von 1933 bis etwa 1942 das Denkmal eines Zietenhusarenreiters. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden fast alle metallischen Denkmäler zu militärischen Zwecken eingeschmolzen. Doch sagen manche älteren Bewohner Rathenows dem Zietenreiterdenkmal nach, dass beherzte Bürger den Reiter vor dem Einschmelzen bewahrt haben, indem sie ihn abmontiert und im Rathenower Umland vergraben haben. Jedoch wurde der Reiter bisher noch nicht gefunden...