Kirchberg
Auf dem Kirchberg zeigt sich den Besuchern eine interessante Altstadt, umrandet von Wasser und Naturraum.

 

Hinter der St.Marien-Andreas-Kirche, steht heute noch das Geburtshaus des Pfarrers und Optikers Johann Heinrich August Duncker (1767-1843) am Kirchplatz 12, in dem  Duncker seine Optikforschung begann. Er erhielt 1801 das königliche Privileg, die erste optische Industrieanstalt dieser Art in Deutschland in Rathenow zu errichten. Rathenow wurde so für lange Zeit das optische Industriezentrum in Deutschland. Eine Tafel neben dem Eingang erinnert an die Geschichte des Hauses, welches 2001/02 umfassend saniert wurde. Heute ist es Eigentum der evangelischen Kirche und ist der Wohnsitz des Rathenower Pastors.

Auf dem Kirchberg stand ab 1885 das Denkmal Dunckers, welches auch der Wanderer genannt wird, weil es schon mehrfach seinen Standort gewechselt hat. An diesem Standort auf dem Kirchberg befindet sich heute eine der alten Kirchenglocken. Ein weiterer Standort Dunckers war die Fläche vor dem Café Rheingold, bevor es zum Vorplatz des Hauptbahnhofes kam.

Das alte Künstlerhaus am Kirchberg 6. Dieses und das rechte Haus sind denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, die 1575/76 erbaut wurden. Diese beiden Häuser wurden vor dem Abriss gerettet und 1996 liebevoll wieder aufgebaut. Denn nach jahrelangem Leerstand und mangelnder Pflege waren sie einsturzgefährdet.

Neben dem Geburtshaus Dunckers befindet sich die ehemalige Lateinschule, sie ist eines der ältesten Gebäude in Rathenow. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, jedoch soll es schon vor Luther (1483-1546) erbaut worden sein. Aus einer Kirchenrechnung geht hervor, dass im Jahre 1703 die hohe Schule erneuert wurde. 1744 waren in ihr vier Schulklassen untergebracht. Nachdem 1853 das Gymnasium am Schulplatz errichtet wurde, kamen die hier ansässigen Klassen in den großen modernen Räumen unter. Seitdem diente die alte Lateinschule als Wohnhaus.

Vor noch nicht allzu langer Zeit sahen auf dem Kirchberg die meisten Häuser wie dieses im Jahr 1911 erbaute Haus aus. Lange Jahre wurde sich kaum um die alten Häuser gekümmert. Die Häuser waren dem Verfall preisgegeben, weswegen einige sogar abgerissen werden mussten. Unter anderem auch das älteste Haus Rathenows, welches auch auf dem Kirchberg stand. Glücklicher Weise konnten einige Bauwerke erhalten werden, indem sie liebevoll rekonstruiert wurden.

Auf dem Kirchberg stehen insgesamt 27 dieser Gaslaternen im alten Stil und sorgen so für ein romantisches Licht in dieser altertümlichen Kulisse. Gesteuert werden die Laternen mit modernen Photozellen, auch wenn diese anfangs technische Probleme mit der Einschaltung der Laternen mit sich brachten.

"An der Steinstraße ist der Standort des alten Rathauses jetzt sichtbar." So lautete am Freitag, den 24. Juni 2005, eine Überschrift in der Zeitung Märkische Allgemeine. Vor dem Kirchberg an der Steinstraße, in Höhe des Platzes der Jugend wurde ein Parkplatz errichtet. Darunter befanden sich noch die Grundmauern des alten Rathauses, welches im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1947 abgerissen wurde. Eine Idee, die unter anderem im April 2005 für dieses Projekt gesammelt wurde, wurde hiermit umgesetzt: Der Grundriss des alten Rathauses wurde mit farbigen Steinen deutlich gemacht, damit Rathenower Bürger und Touristen an einem Teil der Rathenower Stadtgeschichte teilhaben können. Seit dem 24. November 2005 weist zudem eine Stifterplatte auf den früheren Standort des alten Rathauses hin, welches auch darauf abgebildet ist.