Kasernenkomplexe an der Rudolf-Breitscheid-Straße

In den 90er Jahren hatte die Stadt Rathenow ca. 218 Hektar ehemals militärisch genutzte Areale wie zum Beispiel Kasernen oder Übungsplätze. Diese wurden zu großen Teilen in ihrer Nutzung umgewidmet. Sie wichen zum Beispiel, um zu Wohn- oder Gewerbegebieten umgebaut zu werden, viele Flächen wurden auch renaturiert.

Neben den sanierten Zietenkasernen in der Bahnhofstraße sind die Kasernen in der Rudolf-Breitscheid-Straße die letzten in ihrem Ursprung erhaltenen Kasernenkomplexe in der Stadt, bestehend aus der ehemaligen Schützenkaserne und der ehemaligen Kraftfahrerkaserne. Seit dem Abzug der Sowjetstreitkräfte stehen die Gebäude leer.

Die in der nördlichen Rudolf-Breitscheid-Straße gelegene und im Jahr 1937 nach Plänen des Berliner Architekten Otto Risse errichtete Kraftfahrerkaserne sollte ursprünglich abgerissen werden. Im Jahr 2010 wurden bereits erste Nebengebäude abgerissen, bevor wenige Wochen später aufgrund des Denkmalschutzes ein Baustopp verhängt und somit ein weiterer Abriss der fünf Gebäude und weiterer Nebenbauten verhindert wurde.




















Die Mot.-Schützenkaserne wurde Mitte der 1930er Jahre nach den Plänen des Architekten Egon Eiermann als Pionierkaserne für die Wehrmacht errichtet. Sie besteht aus fünf Gebäuden und steht seit 1996 unter Denkmalschutz.







Die Grundsubstanz der Bauten ist trotz des Leerstandes während zweier Jahrzehnte grundsätzlich als gut einzustufen. Ein großer Teil der beiden Kasernenkomplexe wurde mit Fördermitteln renaturiert, Garagenkomplexe, technische Gebäude und Hallen wurden abgetragen. So erinnert in Teilen der Rudolf-Breitscheid-Straße und Theodor-Lessingstraße nichts mehr an die militärische Vergangenheit.