Bismarck-Turm
Es ist einer von 145 erhaltenen Bismarcktürmen in Deutschland, insgesamt wurden weltweit 238 Türme errichtet.

Der hiesige Bismarckturm, der mit 32 Metern der höchste Bismarckturm Deutschlands ist, wurde nach dem Entwurf aus dem Jahre 1912 vom Stadtbaurat Friedrich Sprotte aus Rathenow erbaut, nachdem der Bau durch den Stadtverordneten Martin Weise und dem Buchdruckereibesitzer Max Babenzien angeregt wurde. Er wurde am 24. Juni 1914 zu Ehren von Otto Fürst von Bismarck (preußisch-deutscher Staatsmann) eingeweiht. Bismarck begann seine politische Karriere in Rathenow und ist Ehrenbürger der Stadt. Der Turm wird mit Hilfe von Spendengeldern der Rathenower Bevölkerung erbaut, die 70.000 Reichsmark aufbrachten.

Die Architektur ist geprägt von einer offenen Kuppelhalle mit einer Hallengewölbehöhe von 16 Meter. Sie wird getragen und umrandet von zwei achteckigen Türmen und vier Strebepfeilern. In der Kuppelhalle stand ein Bismarckstandbild aus Bronze, welches im Jahr 1942 eingeschmolzen wurde.

Über 90 Treppenstufen gelangt man in den oberen Teil des Turmes. Dort befand sich eine Aussichtsgalerie und ein Bismarckzimmer unter dem Turmdach. Von dort aus gelangte man über eine weitere Treppe zu der Aussichtsplattform mit einer Feuerschale. Eingebettet in eine Steingartenanlage erreichte man den Bismarckturm über eine Treppe, die von zwei Bären mit Wappenschild flankiert waren.

Der Aussichtsturm wurde bei Gefechten zwischen dem 25.04. und 06.05.1945 stark beschädigt. Sanierungspläne für eine spätere Nutzung als Sternwarte, Hotel oder Gaststätte wurden verworfen, da dafür Eingriffe und Veränderungen der Bausubstanz vergenommen werden müssten. Bereits in den 60er Jahren wurden bereits realisierte Umbaupläne zu einer Sternwarte aus Geldmangel nicht realisiert. Seit 1991 steht der Bismarckturm unter Denkmalschutz, am 03.03.1997 wurde der Bismarckturmverein Rathenow e.V. gegründet.

Ende 2000 wurde mit der Sanierung des Bismarckturmes und des touristischen Wegesystems begonnen und am 29. März 2003 wurde der restaurierte Bismarckturm feierlich eingeweiht. Die komplette Sanierung des Turmes kostete etwa 1 Mio €. Sogar die Feuerschale wurde überholt und wieder auf das Dach aufgesetzt.

Einen Streitpunkt gab es bei der Sanierung des Turmes: Die Aussichtstürme. Die heutigen „Chinesenhüte" der Seitentürme seien „nicht stilgerecht". Diese führten zu Auseinandersetzungen mit den Denkmalschützern, sodass sie nach gerichtlichem Streit in der nächsten Zeit zurückgebaut werden müssen. Um Vandalismus entgegenzuwirken, ist die Einrichtung einer Videoüberwachung geplant.

Seit 2003 steht der wichtige Freizeitbereich sowohl den Bürgern der Stadt als auch ihren Besuchern wieder zur Verfügung, bereits am 31.10.2002 war die Besteigung des Turmes erstmals wieder möglich Zur Landesgartenschau 2006 wurde das Umfeld des Bismarckturmes weiter verschönert und vor dem Bismarckturm der historische Senkgarten nachempfunden.

Der Aussichtsturm hat von April bis Ende Oktober jeden 2. und 4. Sonntag im Monat von 13.00-17.00 Uhr geöffnet. Im Jahr 2003 nutzten 8000 Besucher die wiedererlangte Möglichkeit des Turmaufstieges.

Absprachen für Gruppentermine können mit dem Bismarckturm-Verein Rathenow e.V., Frau Müller unter Tel.-Nr. 0160-872 4197 oder 03385-50 71 87- getroffen werden.


In diesem Zustand stand der Bismarckturm bis zu seiner Sanierung im Jahr 2000. Die Türme waren abgeschossen, die Treppen wegen Einsturzgefahr zugemauert, das Dach war undicht und die Wände mit Einschusslöchern und Grafittis übersäht. Doch dies hat sich zum Glück geändert. Das mittlere Bild wurde im Jahr 1991 aufgenommen, das untere 1997.