Altstadtapotheke
Als das Privileg am
27. Januar 1612
ausgesprochen wurde, war die Altstadtapotheke wahrscheinlich schon im Betrieb. Der Apotheker Martinus Wildener hatte somit seine Niederlassung in der Stadt mit Erlaubnis des Kurfürsten Johann Sigismund.

Das Privileg der Apotheke wurde
1670
durch Friedrich Wilhelm, bekannt als der große Kurfürst,

1713 und 1723 Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, erneuert.

1736
erhielt der damalige Apotheker Georg Ulrich das Privileg als Garnisionsapotheker.

1770
wurde die Altstadt-Apotheke in ein Haus an den heutigen Standort (früher Steinstraße Nr. 7, heute Nr. 1) verlegt.

1900
ging die Altstadtapotheke erstmals in den Besitz der Familie Schultze über und wurde seither an die nächsten Generationen weitergegeben.

Nach
1901
musste aus Platzgründen der alte Bau der Apotheke abgerissen und 1902 das heutige Gebäude gebaut werden. Der Neubau wurde mit einigen technischen Neuerungen wie einem Aufzug, Gasbeleuchtung oder einer Rohrleitung in die verschiedenen Etagen zur schnellen Verständigung innerhalb eines Jahres errichtet.

Nach
1945
wurde die Altstadtapotheke, die trotz der fast vollständigen Zerstörung der Rathenower Altstadt relativ wenig gelitten hat, zwangsenteignet.

1952
ging die Altstadtapotheke erst wieder in den Besitz der Familie Schultze über. Zu diesem Zeitpunkt war diese sehr verwahrlost, es mussten sogar überlagerte Arzneimittel im Wert von 50.000 Mark vernichtet werden.

Bis heute wurde dieser Zustand beseitigt und zwei sehenswerte alte Apotheken aus zwei verschiedenen Epochen originalgetreu restauriert und wieder aufgebaut. Der eigentliche Betrieb findet heute in dem anliegenden Neubau statt.

Die beiden größeren Luftangriffe auf das Stadtgebiet von Rathenow haben keine größeren Schäden in der Altstadt hinterlassen. Erst die letzten Verteidigungskämpfe um die Stadt vom 25. April bis 6. Mai 1945 brachten die fast vollständige Zerstörung der Altstadt. Nur 10 Gebäude blieben in der Havel- und Steinstraße im Bereich der Altstadt beschädigt erhalten. Das einzige Gebäude (Bild oben) auf dieser Seite der Steinstraße, welches der Zerstörung der Gefechte in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges widerstehen konnte: Die Altstadtapotheke in der heutigen Steinstr. 1. Das Gebäude wurde ca. 1901 erbaut. Das rechte Nachbargebäude (nicht im Bild) wurde beim Luftangriff am 18. April 1944 durch eine Bombe zerstört. Oben links im Bild ist die alte Mühle zu erkennen.