1946
leben in der Stadt 27.934 Einwohner, davon 3.211 Umsiedler. Die Fabrikanlagen der Firmen Busch, Nitsche und Günther, Arado und Rapsch werden im Zuge der Reparationszahlungen demontiert.

Am 8. März 1946
entsteht auf dem Gelände der Emil-Busch-AG und der Firma Nitsche und Günther der Betrieb "Rathenower Optische Werke m.b.H.". Brillenfassungen, Gläser und Lupen werden hergestellt.

1947
werden die Ruinenreste des alten Rathauses abgerissen.

1948
wird aus diesem Betrieb der VEB Rathenower Optische Werke (1950 etwa 1.860 Beschäftigte).  Daneben produzieren wieder viele private optische Handwerksbetriebe. In diesem Jahr wird Neufriedrichsdorf eingemeindet.

1948 - 1951
beginnt die erste Etappe des Wiederaufbaus. Anknüpfend an die „Haesler-Bauten“ des Friedrich-Ebert-Rings wird der Platz um den ehemaligen Markt (heute Platz der Jugend) völlig neu gestaltet. Gleichzeitig entstehen die Gebäude an der Schleusenbrücke, am Platz der Jugend und die Konsumbrücke.

Am
11 Juni 1949
werden die Ruinengrundstücke der Steinstraße vom Staat übernommen und als “Eigentum des Volkes” im Rathenower Grundbuchband 84, Blatt 4220, eingetragen.

1950
verliert Rathenow 1. Juli die Kreisfreiheit und wird kreisgebundene Stadt im Westhavelland. Der Ort Neue Schleuse wir eingemeindet, das neue HO-Kaufhaus in der Berliner Straße übergeben.

Am
08. Mai 1951
wird das Ehrenmal für die Opfer der Gewaltherrschaft auf dem Platz der Freiheit enthüllt.

1952
werden die Kreishausfassade und die Kinderbücherei wieder erneuert. Das Land Brandenburg wird aufgelöst, die Stadt Rathenow Kreisstadt im neugebildeten Kreis Rathenow. In der Schleusenstraße wird von der Konsumgenossenschaft eine Großbäckerei errichtet.
Mit der Kreisgebietsreform wird der Ort Neue Schleuse zu Rathenow eingemeindet.

1949 - 1953
wird das international größte Brachymedial-Fernrohr vom Ingenieur Edwin Rolf gebaut. Es befindet sich heute auf dem Gelände der Bruno-H.-Bürgel-Schule.

Am 17. Juni 1953
kommt es wegen der Unzufriedenheit unter den Bürgern zu Massendemonstrationen, bei denen der Altkommunist Wilhelm Hagedorn erschlagen wird. Vom 17. bis 25. Juni wird in Rathenow der Ausnahmezustand erklärt.

1953
wird die Gaststätte Vogelgesang sowie das Schwimmbad Wolzensee wiedereröffnet. Zudem setzt sich der kontinuierliche Wiederaufbau der Stadt mit den Wohnanlagen am Lutherplatz fort. Es folgen

1954
die Bauten in der Friesacker, Goethe- und Forststraße. Desweiteren wird in diesem Jahr die Kirche in der Kleinen Hagenstraße erbaut.

1955
wird die Friedensbrücke nach Rathenow-West gebaut und die 1945 beschädigte ansehnliche Prinzenvilla trotz bürgerlicher Proteste abgerissen.

1956
in der Berliner Straße und am Schleusenplatz. Die Schule am Weinberg, die “Neue Schule” wird fertiggestellt.

Am 09. Mai 1957
wird das Richtfest des Kulturhauses gefeiert.

1957
wird die Neustadt-Apotheke wieder eröffnet.

Am 07. Oktober 1958
wird das Kulturhaus seiner Bestimmung übergeben,
wird aus VEB Rathenower Optische Werke die Produktionsgenossenschaft des optische  Handwerks "Johann Heinrich August Duncker" und später auch die "OBERA KG" gebildet werden.  Nur wenige Betriebe blieben Privateigentum.

1958
werden in Rathenow die Lebensmittelkarten abgeschafft und Dampfer Dora nimmt wieder seinen Betrieb auf.

1959
wird im Krankenhaus eine neue Kinderstation eingerichtet.

1961 - 1962
ist mit dem Bau des Kaufhauses, des Tanz-Cafes und des Ladenblocks (Möbelkaufhaus, Eiscafe) die Wiederherstellung der Hauptstraße vorläufig abgeschlossen.
Die VEB Rathenower Optische Werke, die PGH Duncker, die Firma Ruhnke (in staatlicher Verwaltung), die Firmen Gebrüder Nitschke KG und Runge und Kaulfuß sind die wichtigsten opt. Betriebe in der Stadt.

1964
wird das Haveltor wegen einer Straßenbegradigung abgerissen.

Am Ostrand entsteht ab
1968
das Wohngebiet Rathenow-Ost, welches seit dem Jahr 2004 aus akutem Wohnungsleerstand und zur Verschönerung und Auflockerung teilweise wieder abgerissen wird.

1970
beginnt der Unterricht für die Schüler der neu erbauten Erich-Weinert-Schule (später Realschule „Altstadt“, die im Jahr 2005 abgerissen wurde. In den Jahren

1972
wird aus der vormaligen PGH "Johann Heinrich August Duncker", der OBERA KG und der Duchrow KG der VEB Augenoptik "Hermann Duncker ". Er entwickelt sich zum Teilbetrieb des Kombinates VEB Carl Zeiss Jena.  Hergestellt werden vor allem Brillenfassungen, Brillengläser (Plastlinsenfertigung) und optische Geräte.
Von großer Bedeutung ist das Mikroskop-Programm. Neben der optischen Industrie entwickeln sich auch andere Betriebe.

1975
erfolgt im Mai die Einweihung der Volksschwimmhalle (Grundsteinlegung bereits am 06. Oktober 1970). In diesem Jahr wird das älteste Rathenower Haus am damaligen Kirchplatz Nr. 8 (vermutlich aus dem 16. Jahrhundert) abgerissen.

1979
erhält der Stadtteil Rathenow-Ost eine HO-Kaufhalle.

1980
produzieren oder bieten Dienstleistungen an: 1 Reißverschlusswerk, 1 Fabrik für Ofen- und Herdbau, 1 Möbelfabrik, 1 Hochbaukombinat, 1 Zwischengenossenschaftliche Bauorganisation (ZBO), 2 Meliorationsbetriebe, 1 Betonwerk, 1 Betrieb für Kessel- und Wasseraufbereitungsanlagen, 1 Molkerei, 1 Brauerei, 1 Limonadenfabrik, 1 Großbäckerei, 2 Straßenbaubetriebe, 1 Etui- und Lederwarenfabrik, 7 PGH (Maler, Elektronik, Elektro, Schuhmacher/Sattler, Metallverarbeitung, Friseure, Kfz); 1 Dienstleistungsbetrieb, 1 Stadtwirtschaftlicher Dienstleistungsbetrieb, 1 Textilreinigung und ca. 100 private Handwerker und Gewerbetreibende.
Diese Struktur verändert sich nur unwesentlich bis zur "Wende" im Jahre 1989.

1980 - 1984
entstehen die neue Poliklinik (jetzt Ärztehaus) am Lutherplatz und das Feierabend- Pflegeheim in der Forststraße.

1989
findet die Zentrumsbebauung mit der Neugestaltung des Märkischen Platzes und den umliegenden Wohn- und Geschäftsbauten ihren endgültigen Abschluss.
Die Mehrzahl der bisher die Wirtschaftsstruktur der Stadt bestimmenden Groß- und Mittelbetriebe kann ihren Bestand unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht sichern. Zahlreiche Liquidationen und Privatisierungen mit einschneidendem Personalabbau führen dazu, dass allein in der Industrie mehr als 5000 Arbeitsplätze verloren gehen.

1989 - 1991
Die Stadt verändert zusehends ihr Gesicht. Neue Fassaden, frische Farben, schmucke neue Wohnhäuser am Körgraben, buntes, reges Markttreiben, viele Geschäfte mit einem mannigfaltigen Angebot künden von einer neuen Zeit und lassen optimistisch in die Zukunft blicken.

1991
schließt Rathenow einen Partnerschaftsvertrag mit der polnischen Stadt Zlotow ab.

1992
wird Rathenow zur Kreisstadt des neuen Landkreises Havelland ernannt.

1992-1994
Der ganz große Aufschwung bleibt jedoch leider aus. Dennoch gibt es zahlreiche Veränderungen im Stadtbild, die von ungebrochenem Aufbauwillen zeugt. Die Stadtverwaltung führt ein großes Renovierungs- und Restaurierungsprogramm an den ihr unterstellten Bildungseinrichtungen durch. Schulen, Turnhallen, Kindertagesstätten erleben den Ausbau zu modernen und zeitgemäßen Einrichtungen. Schwerpunkt ist der Komplex der Jahnschule. Mit der Übergabe der ehemaligen GUS-Schule am Friedrich-Ebert-Ring bekommt die Stadt ein dringend benötigtes Schulgebäude in die Hand. Dieses wird vollständig rekonstruiert und neu eingerichtet. Nur die Außenwände bleiben die alten. Mit dem Beginn des Schuljahres 1993/94 wird dieses Haus als Jahn-Grundschule übergeben.
Die Berliner Straße erlebt die Umwandlung des aus dem Jahre 1962 stammenden Laden/Wohngebäudes. Anstelle eines großen Geschäftes (Möbelkaufhaus) gibt es nunmehr mehrere kleinere Geschäfte, die das Straßenbild positiv beeinflussen.
Das Radwegeprogramm wird weitergeführt. Alle wichtigen Straßen bekommen gesicherte Radwege. Neue Ampeln werden installiert. Innerhalb des Stadtgebietes entstehen drei wichtige Erholungsgebiete: der große Park am Körgraben, die schönen Anlagen an der Stadtmauer und dem Stadtgraben sowie an den Karpfenteichen mit dem Kleintiergehege im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.
Ein auf städtischem Gelände am Wolzensee gelegener Platz wird eingezäunt, um künftig als Festplatz für Stadtfeste und andere Großveranstaltungen zu dienen. Der damalige Landkreis Rathenow stellt eine amtliche Denkmalliste auf, wonach zahlreiche Gebäude der Stadt nunmehr nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert werden müssen. So bildet z. B. das Krankenhaus ein vorbildliches Ergebnis aus der denkmalpflegerischen Gestaltung und einem hochmodernen Innenausbau.
Durch die Bereitstellung von Fördermitteln ist es der Stadtverwaltung möglich, die Schwimmhalle in Rathenow-Ost bis Ende 1994 vollständig zu restaurieren und zu einem echten Erlebnisbereich werden zu lassen.
Projekte für eine Neugestaltung des Zentrums liegen vor.
Höhepunkt des politischen Lebens sind die wegen der Kreisgebietsreform im Land Brandenburg am 5. Dezember 1993 notwendig gewordenen vorgezogenen Kommunalwahlen. Bei der erstmalig durchgeführten direkten Wahl des Bürgermeisters setzt sich nach Stichwahl Hans-Jürgen Lünser durch. Zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung wird Klaus Müller gewählt.
Die Erschließung des Gewerbegebietes Grünauer Fenn wird 1994 abgeschlossen.

1995-1996
Auch diese Jahre stehen ganz im Zeichen der weiteren baulichen Veränderung unserer Stadt. Im Norden Rathenows entstehen in der Theodor-Lessing-Straße aus den ehemaligen Offizierswohnungen der GUS-Streitkräfte Sozialwohnungen für die Bevölkerung. Das Vorhaben ist 1998 abgeschlossen.
Für den gesamten Kasernenkomplex an der Rudolf-Breitscheid-Straße werden Planunterlagen für den „Nordpark“ Rathenow - eine völlig neue Wohnsiedlung mit allen Nachfolgeeinrichtungen - erstellt.
Im Süden Rathenows wächst das Wohngebiet „Rotkehlchenweg“ aus der Erde.

In weiteren Bauvorhaben geht es um die Wiederbelebung von Altstandorten. So erstrahlt das Hotel „Fürstenhof“ wieder in alter Pracht; auf dem Gelände der Zietenkasernen ist Bautätigkeit angesagt. Zusätzlich werden 1996/97 einige einsturzgefährdeten Altbauten auf dem Kirchberg saniert.
Mit der Rekonstruktion der B188, dem Neubau der „Langen Brücke“ und dem Schnellbahnbau Berlin-Hannover verbessert sich die Infrastruktur in erheblichem Maße.

1997-2000
Im März 1997 erfolgt die Zentralisierung der Stadtverwaltung durch den Umzug in das von der Fielmann AG rekonstruierte ehemalige Verwaltungsgebäude der Rathenower Optischen Werke (vor 1945 Fa. Nitsche und Günther).
Alle Ämter sind nun „unter einem Dach“ angesiedelt und bilden somit eine bürgerfreundliche „Verwaltung ohne lange Wege“.
Das Wohngebiet „Kiebitzsteig, die Wohnanlage „Zietenkasernen“ und der Wohnpark „Rathenow-Nord“ und „Lange Pannen“ werden fertiggestellt.

1997/1998
wird die Lange Brücke neu gebaut.

1998
entsteht im Gewerbegebiet Grünauer Fenn das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ).

2000 - 2002
Der Kirchturm der Sankt-Marien-Andreas-Kirche wird saniert.

2001
Das Jahr steht ganz im Zeichen des Jubiläums „Rathenow 2001 – 200 Jahre optische Industrie in Deutschland“, das an den Beginn der industriell geprägten Fertigung von optischen Erzeugnissen erinnern soll. Vor 200 Jahren, am 10. März 1801, erhielt der Rathenower Pfarrer Johann Heinrich August Duncker das königlich-preußische Privileg zum Führen einer Optischen Industrie-Anstalt und gleichzeitig das Patent für die von ihm erfundene Vielschleifmaschine. So wurde Rathenow zur Wiege der optischen Industrie in Deutschland. Dunckers Nachkommen Eduard Duncker und Emil Busch führten das Unternehmen erfolgreich weiter und lösten eine Entwicklung aus, die den Weltruf Rathenows als „Stadt der Optik“ begründete.
In diesem Jahr beginnt die Restaurierung des Bismarckturms. Auch erhält Rathenow am 23.01. den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahr 2006.

2002
werden die amtsangehörigen Gemeinden Böhne, Göttlin, Grütz, Semlin und Steckelsdorf eingemeindet. Sie sind ab dem

01.01.2002
Ortsteile der Stadt Rathenow.

2002
Die Sanierung des Bismarckturms ist abgeschlossen – der Turm erstrahlt wieder in seinem alten Glanz. Die Fuß- und Radwegbrücke vom Hafen zum Kirchberg wird der Öffentlichkeit übergeben. Sie wird auf den Namen „Kirchbergbrücke“ getauft.
Im Frühjahr finden Bürgermeisterwahlen statt. Ronald Seeger wird zum neuen Bürgermeister gewählt.

2003
beginnen die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2006 in Rathenow. In diesem Zusammenhang werden unter anderem die Seitenbereiche der Bahnhofstraße erneuert, der Bahnhofsvorplatz umgestaltet, der Kaiserbahnhof restauriert, der Stadthafen neu gestaltet, der Kirchberg gepflastert, die Uferpromenade um die Altstadtinsel angelegt, die Stadtschleusen- brücke erneuert, die Altstadtschule abgerissen, das Sportgelände am Schwedendamm neu gestaltet, die Mühle ausgebaut und restauriert...

Bis Ende
2004
werden in Rathenow weite Teile der Infrastruktur ausgebaut und verbessert. Darunter fallen eine neue Kläranlage, neue Straßen, die Reaktivierung des Industriehafens, die Telekommunikations-Infrastruktur, ein Blockheizwerk... . Das Kultur- zentrum am Märkischen Platz wird am 16. April 2004 übergeben. Im Dachgeschoss des Kulturzentrums befindet sich das Optikmuseum.

Ende
2005
zählt die Stadt Rathenow 26.985 Einwohner.

Vom
22. April bis 15. Oktober 2006
findet in Rathenow die erfolgreiche Landesgartenschau statt.

Am
1. Dezember 2006
leben in Rathenow 26.568 Einwohner.