Mit der Völkerwanderung ziehen die germanischen Semnonen um
375 u.Z.
ins Weströmische Reich ab. Aus dieser Zeit gibt es Grabfunde in Rathenow.

Ab
600 u.Z.
kommen die Slawen aus dem Osten, Südosten und Süden in unser Gebiet.

Aus der Zeit um
800 - 950 u.Z.
belegen Ausgrabungen mehrere Hektar umfassende Großburgen die slawische Besiedlung.

Der aus dem Jahre
1157
stammende Burgwall an der heutigen Eisenbahnbrücke (jetzt Steckelsdorfer Gemarkung) ist der eigentliche Ursprung von Rathenow.

Der
Winter 1186
ist so mild, dass in Rathenow im Januar die Kirschen blühen und im Februar Apfelbäume kleine Früchte trägt.

1188 - 1194
wird an der Langen Brücke Bauarbeiten durchgeführt

Im
12. und 13. Jahrhundert
ist die Entstehung der Stadt Rathenow eng mit der Eroberung der Gebiete östlich der Elbe durch die deutschen Feudalherren verbunden.

1216
wird Rathenow erstmals unter der Bezeichnung „Rathenowe“ urkundlich erwähnt.

1220
entsteht der Vorgängerbau der heutigen Sankt-Marien-Andreas-Kirche, eine romanische Basilika.

1276
verständigen sich die Markgrafen mit dem Erzbischof von Magdeburg über den Grenzverlauf des Landes Rathenow.

1284
wurde den “burgensibus” in Ratenhaw die Erlaubnis erteilt, ihr Häuser mit Vorlauben und Vorsöller zu bauen.

1288
erhält der Ort die Gerichtsbarkeit durch die Markgrafen Otto und Konrad.

1294
werden den Rathenower Bürgern das Dorf Jederitz und seine gesamte Feldmark durch die Markgrafen Otto, Konrad und Heinrich geschenkt.

1295
erhält Rathenow das Stadtrecht durch Otto IV. Markgraf von Brandenburg. In diesem Jahr wird die Burg abgerissen.

1319
schenkt der Markgraf Waldemar der Stadt den Hof Rodenwalde und den Stadtwald, der 7.000 Morgen Wald umfasst.

1324
wird das Brandenburgische Stadtrecht für Rathenow durch den Markgrafen Ludwig bestätigt.

1394
erhält Rathenow das neue Sekretsiegel mit dem Adlerkopf.

Am
4. Dezember 1394
überfallen die Horden des benachbarten Erzbischofs von Magdeburg die Stadt Rathenow und plündern sie restlos aus. Die Bevölkerung wird aus der Stadt vertrieben. Von diesem Überfall erholt sich Rathenow viele Jahre nicht, sodass Rathenow lange bedeutungslos bleibt. Für die Rückgabe der Stadt zahlt die Mark dem Erzbischof 600 Schock Böhmische Groschen.

1396
kehren die vertriebenen Bürger nach Rathenow zurück.

1406
wird durch Bischof von Brandenburg der Umgang mit Juden verboten.

1409 - 1414
ist Rathenow an Dietrich und Hans von Quitzow verpfändet.

1411
kommen die Hohenzollern in die Region, beseitigen das Fehdeunwesen, nehmen den Städten jedoch die Selbstständigkeit. Rathenow kann sich etwas erholen und einen bescheidenen Wohlstand aufbauen.

1412
gibt es den ersten nachgewiesenen Jahrmarkt in Rathenow.

1414
schließt sich Rathenow Friedrich VI. von Hohenzollern an, der der Stadt Privilegien bestätigt.

Im
Dezember 1427
blühen Pfirsiche und Frühlingsblumen.

1445
erscheint das Rittergut Curland urkundlich.

1446
erhält der Rat der Stadt vom Kurfürsten Friedrich II. das alleinige Recht des Salzverkaufes.

1459
erhält die Stadt das alleinige Havelübergangsprivileg für zollbare Güter unterhalb von Plaue.

1460
stirbt im Rathenower Gefängnisturm der adlige Raubritter Peter von Gryben als Gefangener der Stadt.

1466
werden in Rathenow Groschenmünzen geprägt. Der Münzmeister ist Michael Hemelporte.

1486
fährt der neue Kurfürst Johann Cicero über Rathenow nach Stendal.

1510
kommt es zur Judenvertreibung aus der Region.

Neben Ackerbau und Viehzucht finden wir
1512
zwei Mahlmühlen und die erste Ziegelei, die das wirtschaftliche Bild der Stadt prägen. (Die berühmten Rathenower Ziegel werden bis etwa Mitte des 1. Weltkrieges produziert.) Handwerk und Ackerbürger bestimmen das Bild.

1513
bekommt die Stadt ein neues Wappen.

1517 - 1580
erfolgt der gotische Umbau der Kirche.

1521
wird mit Zustimmung vom Bürgermeister und vom Rat eine Innung für Böttcher und Böttcherknechte gegründet.

1523
wird ein großer Teil der Stadt durch Brandstiftung zerstört.

1536
wird das Zoll- und Brückengeld (Deichselpfennig) eingeführt.

Um
1540
zählt Rathenow ca. 2.500 Einwohner.

1552
fand in Rathenow eine Hexenverbennung statt.

1560 / 1561
erfolgt ein Kirchenumbau für 200 Taler.

1561
teilen sich der Landesherr und der Rat der Stadt den Schleusenzoll. Mit den Einnahmen kommt die Stadt allmählich zu ihrem alten Wohlstand zurück.

1564
Bau des Rathauses (1945 zerstört).

1585
wird das Taufregister eingeführt.

1590
wird das Totenbuch angelegt.

1575
brennen in der Stadt 116 Wohnhäuser nieder, im Folgejahr weitere 64 und

1591
nochmals 75.
In diesem Jahr werden große Teile der Ernte der Rathenower Feldmark durch Hochwasser vernichtet.

1597 / 1598
wütet die Pest in der Region, 722 Menschen sterben in Rathenow.

1604
wird die Rathausglocke gegossen.

1607
wird am Kirchplatz das erste Krankenhaus, das Nosocomium, gebaut.

1610
wird eine Kammerschleuse oberhalb des Mühlentores gebaut.

1611 - 1613
fordert die Pest nach Kirchenregistern über 800 Opfer, im Jahr 1613 alleine 767.

Am
27. Januar 1612
erhält die altstädtische Apotheke das Privileg, das bis 1918 von jedem Monarchen erneut bestätigt wurde.

Am
01. Juli 1616
werden in Rathenow 12 Rebellen und Räuberhauptleute gehängt.

1618
beginnt der Dreißigjährige Krieg. In diesem Jahr zählt Rathenow 320 Häuser und etwa 2500 Einwohner.

1624
zählt Rathenow 83 Pestopfer.

Am
15. Januar 1626
wird Rathenow durch die Mansfelder Truppen erobert, Rathenow erreicht damit der Dreißigjährige Krieg. Ende diesen Jahres folgen Kurbrandenburgische Truppen.

1626 / 1627
wütet wieder die Pest in der Region.

Am
13. April 1627
zieht Wallenstein in Rathenow ein.

Am
14. August 1627
siegt Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg bei Rathenow über die Dänen.

1628
sind von 320 Häusern nur noch 178 bewohnt.

Am
19. Februar 1630
sind Kaiserliche Truppen unter Tilly in Rathenow.

1631
fordern die Pest und mehrere Seuchen zahlreiche Todesopfer und rotten in der Region ganze Dörfer aus. Alleine an der Pest sterben 865 Menschen.

1636
werden eine Walk-, fünf Jahre später eine Lohmühle in Betrieb genommen. In diesem Jahr wird die Stadt von den Schweden besetzt.

1641
wird die Stadt von Brandenburger Truppen geplündert.

1644
gibt es in Rathenow nur 40 Wohnhäuser.

1646
erfolgt der Bau einer Schneidemühle.

1648
nach dem 30jährigen Krieg, leben noch 40 Bürger in Rathenow. Der entstandene Schaden wird auf  300.000-400.000 Taler geschätzt.

1660
sind die meisten Kriegsschäden beseitigt, die Stadt zählt 1.141 Einwohner und der Ratskeller darf fremde Weine und Biere verkaufen. Das Areal der Altstadt innerhalb Stadtbefestigung hat insgesamt 163 Häuser mit 34 Braustellen.

1662
entsteht die bekannte Ratsziegelei.  Die Ziegel dieses Betriebes werden u.a. bei Teilbauten des Schlosses Sanssouci und des "Holländischen Viertels" in Potsdam sowie beim Bau des Roten Rathauses in Berlin verwendet.

1668
tötet der Bürgermeister Mathias Bergmann den Rathenower Bürger Nörtzel in Notwehr. Nach zwei Jahren Haft in Spandau zahlt er 400 Taler und geht lebenslang in die Verbannung.

1672
wird die Butterhexe von Semlin in Rathenow auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Es war die letzte Hexenverbrennung in der Stadt.

1673
wird am Stadtgraben ein Eisenhammer errichtet.

Ab dem
08. Juni 1675
ist Rathenow von den Schweden besetzt.

15.Juni 1675:
"Massaker zu Rathenow"
An diesem Tag beginnt die Vertreibung der Schweden durch das Heer des Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Die Schlacht um Rathenow und die Vertreibung der Schweden aus der Stadt, an denen sich auch die Rathenower Bürger beteiligten, dauerten bloß eineinhalb Stunden.

1679
werden in Rathenow die 5. Kompanie des Kurfürstlichen Leibregiments zu Pferde einquartiert. Militärangehörige werden wie damals üblich in Bürgerhäusern stationiert.

1699
ist die Altstadt vollständig bebaut, sodass einem Schmied nur noch eine Stelle in der Vorstadt bewilligt wird.

1700
liefert die Ziegelei zum Bau der Berliner Garnisionskirche 26.000 Dachsteine.

1703
wird die Stadtschule gebaut.

1709
errichtet die Stadt am Steintor ein Armenhaus. Die Innung der Barbier-, Friseur- und Perückenmacher wird gegründet, Mediziner bilden eine eigene Berufsgruppe.

1711
wird begonnen die Nebenstraßen zu befestigen. Die Stadtkasse zahlt wegen immer wiederkehrenden Ungezieferbefall in den Rathenower Wassermühlen einen Reichstaler und 22 Groschen für 446 in den Mühlengebäuden gefangene und getötete Ratten.

1712
wird der Kirchgang von der Steinstraße an gepflastert.

1714
wird die Jederitzer Brücke für 222 Taler erneuert und der Marktplatz gepflastert.

1719
werden alte offene Brunnen durch neue Straßenpumpen ersetzt. In diesem Jahr befiehlt der Hofrat Schönebeck den Rathenower Fischern einen öffentlichen Fischmarkt abzuhalten.

1720
verkauft die Stadtverwaltung das älteste Rathenower Krankenhaus (Kirchplatz Nr. 1, von Rathenower Bürgern Nosokomium genannt) in Privathand. In diesem Jahr wird der Bau der Zollmauer um die Neustadt begonnen.

1721
wird das erste Jederitzer Tor wegen Baufälligkeit abgerissen und

1722
das neue Jederitzer Tor aus Rathenower Ziegeln gebaut.

Am
14. August 1722
wütet ein Großfeuer an Havel und Mühlentor.

1723
wird der neue Kirchhof eingeweiht.

1726
liefert die Stadtziegelei 250.000 Ziegel nach Berlin-Cöln zum Wiederaufbau der Petrikirche.

1727
wird der Kirchturm auf 180 Fuß erhöht.

1730
beginnt die Führung eines Heiratsregisters. In diesem Jahr besitzt die Steinstraße bereits einen gepflasterten Fahrdamm aus sogenannten Katzenkopfsteinen. Vier wandernde Müller ermorden den Rathenower Müller hinterhältig, weil sie nicht ausreichend bewirtet werden. Die Strafen für die vier Täter fallen unterschiedlich aus: Einer wird enthauptet, zwei sind zum Festungsbau verurteilt und einer bekommt Staupbesen (öffentliches Auspeitschen auf der Straße durch den Henker und Ausstellung am Pranger).

1732
wird die neue Stadtschleuse im Stadtgraben gebaut.

1732-1740
werden in der heutigen Schleusenstraße und am Schleusenplatz barocke Bürgerhäuser aus Steinen errichtet, die teilweise aus der Stadtmauer stammen.

1733
beginnt auf Befehl des preußischen Soldatenkönigs Wilhelm I. der Bau der Neustadt Rathenow. Hier sollen Teile des vergrößerten Heeres untergebracht werden.
Seit dieser Zeit bis zum Jahre 1945 ist Rathenow Garnisonsstadt. Berühmt macht die Stadt das 3. Brandenburgische Reiterregiment der Zieten-Husaren.
Von dieser Zeit an bis 1738 entsteht so die Neustadt außerhalb der Ringmauer. Bei diesen Baumaßnahmen verschwindet das alte Steintor.

Am
21. April 1736
erhält Rathenow das Privileg für die Altstadt-Apotheke. Im gleichen Jahr bewilligt der Magistrat Mittel für den Brunnenbau, es entstehen 37 Brunnenstellen mit neuartigen Holzpumpen.

1738
wird das Kurfürsten-Denkmal enthüllt.

Am
19. November 1739
wird Joachim Christian Blum geboren.

Um
1740
Fertigstellung einer Zollmauer um die Neustadt mit dem Berliner und Brandenburger Tor. Zu dieser Zeit hat Rathenow etwa 3.820 Einwohner. Es gibt 22 Braustellen, in denen 9.375 Liter Bier unter dem Namen „Ehrenpreis“ gebraut werden.

Ab
1744
gilt in Rathenow eine neue Feuerordnung.

1745
werden die Ziegelsteine für Sanssousi geliefert.

Bis
1750
muss Hopfen für das Bierbrauen importiert werden, danach erfolgt der Anbau auch in der Region.

Die älteste Erwähnung  des Rathenower Weihnachtsmarktes stammt aus dem Jahr 1757. Zu dieser Zeit heißt dieser allerdings Adventsmarkt.

1764
gründet Pintus Levin, der um 1760 der Oberälteste der Juden in Rathenow ist, eine Tuchmanufaktur zur Belieferung der preußischen Armee, er lässt dafür in der Rathenower Neustadt bis 1767 drei ansehnliche Häuser (Hausnummer 8 bis 10) mit zwei Geschossen auf der Ostseite der Fabrikenstraße (heute Wilhelm-Külz-Straße) für seine Kanevasfabrik erbauen. In diesen Häusern leben und arbeiten die Weber, die Militärtuch und Barchent herstellen.

1765
erhält Levin Pintus aus der Staatskasse 15.000 Taler für den Bau des Kolonistendorfes Neufriedrichsdorf, in dem die Weber leben sollen.

1765-1767
entsteht diese Webersiedlung mit 50 Doppelhäusern (heutige Neufriedrichsdorfer Straße). Bis etwa 1800 nimmt die Tuchfabrikation einen wichtigen Platz ein (Tuchfabrikation für das preußische Militär). Bis 1948 ist Neufriedrichsdorf eine eigenstädige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister.

Am
14. Januar 1767
wird Johann Heinrich August Duncker in Rathenow geboren.

1768
wird die Rathenower Fischergilde begründet.

1776
hat die Hopfengärtnerstelle in der Kolonie Friedrichsdorf ein Areal von 14 Morgen zu bewirtschaften.

1782
wird die Königsheide vermessen.

Am
16. Dezember 1784
gibt König Friedrich II. den Befehl, bei Rathenow ein Magazingebäude zu errichten.

1786 - 1789
wird das Proviantamt mit Korn- und Mehlmagazin sowie mehrere Wohnhäuser auf der Magazininsel gebaut.

1789
gibt es einen ungewöhnlich strengen Winter. Am 15. Dezember herrschen im Havelland 24 Grad Kälte. Viele erleiden Frostschäden am Körper, auf dem Weihnachtsmarkt stirbt sogar ein Rhinower Schuhmacher an den Folgen von Erfrierungen.

Am
28. August 1790
stirbt Joachim Christian Blum.

1792
übergibt die Stadt der Garnison Land für den Großen Exerzierplatz am Wolzensee.

1798
führt Dr. Meier (Kreisphysikus von 1782 bis 1834) die Pockenschutzimpfung durch.