1800
wird die optische Industrie-Anstalt Dunckers und Wageners gegründet.

10.3.1801
Der Prediger J.H.A. Duncker erhält das Patent für seine Vielschleifmaschine und das Privileg zum Bau einer optischen Industrieanstalt. Die ersten Arbeiter Dunckers waren Waisenkinder und Militärinvaliden.

1802
hat Rathenow sieben hier ansässige Böttcher.

1803
wird das Haveltor errichtet.

1804
zählt Rathenow 4904 Einwohner, wovon 22 die Braukonzession besitzen.

1805
zählt Rathenow 4.126 Einwohner.

Seit dem
19. Oktober 1806
ergießt sich nach den napoleonischen Feldzügen ein unaufhörlicher Strom geschlagener preußischer Soldaten durch die Stadt,

denen am
28. Oktober 1806
das französische Heer folgt.

August 1809
Wird die erste Rathenower Stadtverordnetenversammlung gewählt. Wahlberechtigt sind alle Bürger mit einem höheren Einkommen.
Außerdem erwirbt Duncker das Patent für ein Hörrohr. In diesem Jahr wird der Rathenower Magistrat mit der zivilen und kriminalen Gerichtsbarkeit beliehen.

1812
wird eine Bürgergarde aufgestellt, die nach Schlesien marschiert. In diesem Jahr wird auch eine Brunnenverordnung für 49 öffentliche Brunnen erlassen.

Am
24. April 1814
wird das Siegesdankfest nach den Befreiungskriegen gefeiert. Die Befreiungskriege wurden mit hoher Opferbereitschaft der Bevölkerung finanziert.

1815
wird Rathenow Kreisstadt.

1816
In Rathenow leben - einschließlich des Militärs - etwa 4.000 Menschen. Es erscheint die erste Rathenower Zeitung unter dem Titel „Rathenowisches gemeinnütziges Wochenblatt für alle Stände“.

1817
durchfährt das erste Dampfschiff auf der Havel die Stadt und kündet vom Anbruch desindustriellen Zeitalters.

1818
wird das Landratsamt von Senske nach Rathenow verlegt.

1820
wird die Optische Industrie Anstalt von Eduard Duncker, dem Sohn des Begründers, in die Berliner Straße 5 verlegt und geleitet.

Am
10. September  1824
wird der erste Briefkasten am Posthaus angebracht.

1825 - 1828
wird der Kirchturm nach Plan des Regierungsrates Redtel erneuert.

1830
Gründung der Rathenower Schützengilde. Bis in diesem Jahr hat Rathenow in der Nähe der Einfahrt zur Altstadt einen Pranger. Im Frühjahr diesen Jahres erlässt der Rathenower Bürgermeister Schulz eine Verordnung, um die Straßen der Stadt sauberer zu halten.

1836
findet das 1. Märkische Musikfest statt. Das Erbe wird durch den „Wolffschen Männergesang-Verein“ fortgesetzt.

Um
1840
gibt es in Rathenow laut Eduard Duncker 18 bis 20 Bierbrauereien in vollem Betriebe.

1842
wird u.a. auf der Havel ein ständiger Dampfschiffverkehr zwischen Hamburg und Berlin aufgenommen.

1843
stirbt Johann Heinrich August Duncker in Berlin, der Begründer der optischen Industrie in Rathenow. Er wird auf dem Rathenower Friedhof beigesetzt. Das ihm gewidmete Denkmal steht am Hauptbahnhof.

1845
erfolgt die Übernahme der Optischen Industrie Anstalt durch Emil Busch.  Ein Jahr später wird die erste Dampfmaschine in Rathenow auf dem Gelände der Busch-Werke aufgestellt.  Es beginnt eine stürmische Entwicklung der optischen Industrie, die der Stadt Rathenow schon bald zum Weltruf als "Stadt der Optik" verhilft. Innerhalb eines Jahrhunderts verfünffacht sich die Einwohnerzahl.

1848 - 1856
Bau der ersten von Rathenow ausgehenden Chaussee über Bamme nach Brandenburg.

1848
kommt es in Rathenow zu Unruhen, dessen Anführer 1850 in Brandenburg bei einer Gerichtsverhandlung verurteilt werden.

1850
leben in Rathenow etwa 6.000 Einwohner.

1851
zieht das 3. Brandenburgische Husarenregiment, die Zietenhusaren, nach Rathenow ein,
wird die Optik-Firma Schultze und Bartels gegründet. Es war die zweite optische Firma in der Stadt.

Am
01. April 1851
wird die Stadtsparkasse eröffnet.

1854
wird die Schule am Schulplatz (heute Schule „Am Weinberg“) gebaut.

Am
15. Juli 1856
brennen auf den Meierhöfen sieben Wohnhäuser, sowie 20 Ställe und Scheunen ab.

1856
erfolgt der Abriss des Rathausturmes.

Seit dem
15. Januar 1863
gibt es in Rathenow eine Telegrafenstation, die stundenweise besetzt ist.

1864
gibt es eine Omnibus-Verbindung von Rathenow nach Brandenburg an der Havel. Das Fahrzeug ähnelt einem Eisenbahnwaggon mit Holzwänden, welches von zwei Pferden gezogen wird.

1866
Bau der ersten Gasanstalt in der Bahnhofstraße (1902 Neubau südlich des Weinberges, bis 1965 in Betrieb) und es entsteht am 15. Mai der dritte optische Großbetrieb: "Nitsche und Günther Optische Werke" in der Berliner Straße.

1867 - 1871
Bau der Lehrter Eisenbahnstrecke. Der Hauptbahnhof ist 1870 fertiggestellt. Es erfolgt eine rasche Entwicklung dieser Linie zur führenden Ost-West-Verbindung in Europa, die Eisenbahn wird ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Von 1869 - 1870 wird für die Bahn die Havelbrücke gebaut.

1867
werden 127 Gaslaternen in der Stadt aufgestellt.

1869
wird das Wasserbauamt von Havelberg nach Rathenow verlegt.

Am
31. August 1873
wird auf dem Schulplatz das Kriegerdenkmal enthüllt.

1873
wird die Eisenbahnverbindung zur Hauptstadt in Betrieb genommen. Rathenow ist somit eine wichtige Haltestelle der 264km langen Verkehrslinie Berlin-Hannover.

1874
entsteht die Chaussee über Hohennauen nach Rhinow.

Am
01. Juli 1874
erscheint die “Rathenower Zeitung”.

1875
wird Otto von Bismarck zum Ehrenbürger ernannt und die Chaussee nach Friesack gebaut.

1876
werden die Stadttore abgerissen.

1880
gibt es in Rathenow vier Polizeibeamte.

Am
1. April 1883
werden das Hauptpostamt,

1885
der Stammbau des heutigen Paracelsus-Krankenhauses errichtet. Im gleichen Jahr werden die Chausseen nach Süden (Premnitz/Milow) und Westen (bis Tangermünde/Elbe) zu wichtigen Verkehrsstraßen. Rathenow hat in dieser Zeit etwa 13.000 Einwohner. In diesem Jahr erscheint das erste Adressbuch und es gibt neun Spielzeuggeschäfte.

1885
wird die Dunckerbüste an der Kirche aufgestellt.

1886
wird das erste Haus des Kreiskrankenhauses und die Milower Chaussee erbaut und das Jederitzer Tor abgerissen.

1886 - 1887
wird die Hagenschule erbaut.

1887
wird die Kanalisation in der Stadt installiert.

1887 - 1891
werden die Kasernen in der Bahnhofstraße gebaut und fertiggestellt.

Am
22. März 1988
feiern die Rathenower Bürger den Geburtstag des Kaisers Wilhelm I., obwohl dieser nach seinem Tode vom 09. März seit einer Woche beigesetzt ist. Die Rathenower Bürger sind wegen schwieriger Wetterverhältnisse und der dadurch unpassieren meist ungepflasterten Straßen oft von deren Umwelt und vor allem von Neuigkeiten abgeschnitten.

1888
erhält Rathenow einen eigenen Schlachthof.

Am
20. Januar 1889
wird die Konsum-Genossenschaft gegründet.

1890
 steht Rathenow laut Statistik an Platz drei im Bierkonsum in Preußen. Der Konsum pro Kopf beträgt zu dieser Zeit im Jahr über 100 Liter.

Am
27. Januar 1891
gründet der nürnberger Braumeister Franz Rutschmann in Rathenow  eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, die  “Rathenower Exportbierbrauerei Rutschmann & Co zu Rathenow”. Am 15. Februar 1891 wird das erste Rathenower Bier ausgefahren.

Am
03. August 1891
brennt durch einen Blitzschlag fast die gesamte Magazininsel mit dem Proviant-Amt nieder. Unter dem König Friedrich II. wurde sie als größtes preußisches Proviantmagazin genutzt. Von dieser Zeit zeugen noch die Offiziantenhäuser.

1891
werden die Zietenkasernen in der Bahnhofstraße fertiggestellt.

1892
wird die erste Fernsprecheinrichtung in Rathenow eingerichtet.

1892 - 1893
wird die Katholische Kirche in der Friesacker Straße, die Sankt-Georgs-Kirche gebaut. Seit 1903 verkehren in Rathenow, gezogen von Pferden, ein Stadtomnibus und vier Hotel-Omnibusse.

1893 - 1895
Bau des Kreishauses mit Erweiterung 1907

1894
Bau der Neustädtischen Gemeindeschule (heute Teil der Schule „Am Weinberg“). In dieser Zeit hat Rathenow etwa 18.400 Einwohner.

1895
hat Rathenow vier hier ansässige Böttchermeister.

1898 - 1900
Bau der kreiseigenen Kleinbahn Rathenow - Senzke - Nauen (Stille Pauline, 1945 Abbau zu Reparationszwecken für die damalige SU). Ein Jahr länger dauerte der Bau der Neuen Schleuse bei Rathenow auf Steckelsdorfer Gebiet. Der Großschifffahrtsweg von Berlin nach Hamburg führt nun nicht mehr durch die Stadtschleuse. Gleichzeitig entsteht eine Siedlung bei der Neuen Schleuse, die zunächst noch zu Steckelsdorf gehört.

1901
wird die Kleinbahn in Betrieb genommen.